Gedanken …

2022 …..    

25.01.2022:   Schnee in Kreta! Temperaturen um den Gefrierpunkt! Heute bekam ich die Nachricht aus Sitia, dass sich mein Liefertermin für die Paletten mit dem frischen Olivenöl, der eigentlich auf den 28.01.2022 datiert war, um einige Tage nach hinten verschiebt, weil es zu kalt für eine Abfüllung ist!!!! Ich mache mich langsam mit dem Gedanken des Erwerbs einer ( veganen ) Currywurst-/Pommes-Bude vertraut! Die Rohstoffe sind in “Good old Germany” stets verfügbar – und gegessen wird immer. Ich werde die erste “Currywurst-Bowl” anbieten, aufgepeppt mit Grünkohl und Pommes Schranke. Als Pendant zum hiesigen Saumagen mit Sauerkraut kommt eine in einen Naturdarm gefüllte Frikandel Speciaal mit einem schlotzigen Frisee – oder Ruccolasalat auf den Tisch, außerdem “Pitter und Jupp” (Wirsing-Möhren-Eintopf) und natürlich “Pottschlot” (siehe Rezept) mit Zizies, einer frischen Bratwurst in einer Zwiebel-Kölsch-Sauce … ich könnte noch weitere Köstlichkeiten aufzählen, aber dafür reicht die Speisekarte dieser Woche nicht. Und die Karte der nächsten Woche habe ich noch nicht im Kopf ….

Rezept “Pottschlot” (warmer “Topfsalat” oder “Salattopf”) mit Zizies …

300 g geschälte Kartoffeln
120 ml Milch
1 Stück Butter
Salz, Pfeffer, Muskat
Endiviensalat
Olivenöl, Essig

Frische Bratwurst, Kölsch (für die kretische Version nehme ich einen Ouzo ::))), Zwiebeln, Mehl …

Zubereitung …

Kartoffeln in Salzwasser kochen, Milch erhitzen, Kartoffeln abschütten und mit der Butter und der Milch stückig stampfen. Mit Salz und Muskat abschmecken. Endiviensalat waschen, zerpflücken, mit Olivenöl, Essig, Pfeffer und Salz abschmecken und unter den Kartoffelstampf heben. Olivenöl erhitzen und die Bratwurst darin anbraten, Zwiebeln und Kölsch (oder Ouzo) zugeben und mit etwas Mehl aufkochen. Zusammen anrichten.

30.01.2022:   Ich bin letzte Woche aus der katholischen Kirche ausgetreten und habe mein Abo bei Spotify gekündigt – ich mag keine Kinderschänder und keine rechten Corona- Schwurbler ….

03.02.2022:   Heute geht`s los! Mein Olivenöl ist unterwegs nach Ottersche

04.02.2022:  Auch dieses Jahr wird geprägt sein von Lieferschwierigkeiten, von Warenknappheit, von Preiserhöhungen. Unsere “Geiz-ist-geil”-Gesellschaft wird sich neu definieren müssen, nicht alles wird immer zu jeder Zeit zum billigsten Preis verfügbar sein. Sie wird sich neu ausrichten müssen, neue Wege gehen. Allerdings kann nur derjenige neue Wege gehen, der die Möglichkeiten und die Mittel dazu hat. Deswegen wird sich die Gesellschaft verändern. Arme werden immer ärmer, Reiche immer reicher und die Mittelschicht – Selbstständige, Freiberufler, Angestellte, Arbeiter –  verschwindet langsam aber sicher im Sumpf der Bedeutungslosigkeit …. ich bin froh, in einer Zeit gelebt zu haben, in der man Dinge anpacken, verändern konnte, in der Illusionen Wirklichkeit werden konnten, in der der Staat nicht überall eingegriffen hat, in der man sich beweisen konnte – oder auch nicht …

04.02.2022:  Es gibt wieder griechischen Käse und Feta !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

11.02.2022:  Das Olivenöl aus Sitia ist da … und es hat still und leise das Olivenöl aus Kolympari abgelöst, das wir in den letzten Jahren noch unser eigen nannten. Es hat uns einige Zeit begleitet, aber bereits 2019 war eine Trennung erkennbar. Die Umstände veränderten sich, die Menschen hinter diesem Ölivenöl veränderten sich, erste Spannungen wurden erkennbar. Bei einem Urlaub in Sitia wurde mir klar, dass wir hier unser neues Olivenöl finden werden – fein, mild und fruchtig, mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Die Menschen dahinter waren freundlich, der Übergang von einst auf jetzt erfolgte zwei Jahre später. Das Olivenöl aus Sitia ist da … und es ist jetzt unser Öl. Und das Ihrige, wenn Sie sich darauf einlassen …

12.02.2022:   Die Menschen wollen den Frühling. Ein bischen Werbung, frisches Olivenöl, die Sonne scheint, und es läuft wieder! Gestern und heute war viel los im Laden, es herrscht Aufbruchstimmung …

18.02.2022:  Manchmal blicke ich staunend wie ein kleiner Junge auf diese Welt. Mit großen und unverständigen Augen beobachte ich all die Global Player, die Politiker, die Promis, die sich diese Welt zurechtschneidern, ohne Rücksicht, ohne Skrupel. Mit Milliarden jonglieren, Gesetzte umgehen, als wären diese nur für den Rest der Bevölkerung gemacht. Zulassen, dass Menschen hungern, eingesperrt werden, nur weil sie genau diese Vorgehensweise kritisieren. Geld und die damit verbundene Macht wird immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem. Geld ist dazu geschaffen, die Wertbeziehung zwischen den Dingen aufzuzeigen – und schafft damit auch eine Beziehung zwischen den Personen, die es nutzen und damit werten. Der Wert von Dingen, aber auch der Wert von Menschen wird daran gemessen. „(D)ie Geltung oder der Wert eines Menschen ist wie der aller anderen Dinge sein Preis. … Und wie bei anderen Dingen, so bestimmt auch bei den Menschen nicht der Verkäufer den Preis, sondern der Käufer. Denn mag jemand, wie es die meisten Leute tun, sich selbst den höchsten Wert beimessen, so ist doch sein wahrer Wert nicht höher, als er von den anderen geschätzt wird“ (Hobbes). Geld weckt das Bedürfnis nach immer mehr Geld: und weil durch Geld alleine keine Sättigung eintritt, ist es letztendlich die Gier an der Macht, das Gefühl, “man könnte…”. Denn zum einen besteht Macht generell in der Möglichkeit, beliebige eigene Ziele erreichen zu können, zum anderen aber auch darin, zur Erreichung eigener Ziele die Zielerreichung anderer einzuschränken. Und dies geschieht um so mehr, je skrupelloser diese Macht eingesetzt wird. Hier fliegen einige Menschen für ein paar Minuten und mehrere Millionen ins All, während auf der anderen Straßenseite Millionen von Menschen hungern und durch ihre eigenen Regierungen getötet werden.  Hier werden von der Politik Milliarden für Statussymbole, Diäten und eigene Rentenansprüche ausgegeben, während auf der anderen Seite Menschen mehrere Jobs benötigen, um in ihrem Leben zurecht zu kommen. “Baby, it´s a wild, wild world“! (Cat Stevens). Fortsetzung folgt …

24.02.2022:  Habe ich vor 5 Tagen “man könnte” geschrieben? Putin ist in die Ukraine einmarschiert!

25.02.2022:  Es ist die Zeit der Narren! Köln, Düsseldorf und Mainz sind besetzt, im Osten schickt sich ein Obernarr an, sich ein seit vielen Jahren demokratisches Land einzuverleiben und die westlich orientierte Regierung zu stürzen, zu “entnazifizieren” und “entmilitarisieren”. Putins Gedankengänge ähneln dabei einem wirren Konstrukt aus seiner immer wieder erwähnten”Russkij mir”, also einer russischen Welt, und Batman, der dazu berufen ist, diese (russische) Welt zu retten – und das mit allen Mitteln. Der zweite Narr Lawrow liefert dazu die Argumente und hat nach dem Einmarsch in die Ukraine der dortigen gewählten Regierung die demokratische Legitimation abgesprochen. “Wir sehen keine Möglichkeit, eine Regierung als demokratisch anzuerkennen, die ihr eigenes Volk unterdrückt und Völkermord-Methoden anwendet”! Dabei wird ihr Volk in Moskau und St. Petersburg bei Demonstrationen gegen diesen Krieg wahllos niedergeknüppelt und eingesperrt! Und was macht der Westen? Das, was er immer macht: sich versammeln, den Angriff auf das Schärfste verurteilen, diplomatisieren, Sanktionen auf den Weg schicken, bei denen einige Länder (wie immer: Deutschland) ausscheren, weil ihnen das eigene Hemd näher als die fremde Hose und die europäische Wirtschaft wichtiger als ein sich demokratisierender ehemaliger Ostblock-Staat ist. Und einem um Waffenlieferungen bittenden Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kackfrech 5000 Helme (als Grabbeilage?) schickt … “Baby, it´s a wild, wild world“! Wenn ich das Geld eines Jeff Bezos, eines Marc Zuckerberg, eines Elon Musk zur Verfügung hätte, ich würde zehn Milliarden Euro auf die Köpfe von Putin und Lawrow aussetzen, wobei das eigentlich viel zu viel der Ehre wäre …

26.02.2022: 

….”Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
Die Mannschaft, lauter meineidige Halunken
Der Funker zu feig um SOS zu funken
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff

Am Horizont Wetterleuchten: die Zeichen der Zeit
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfallspinsel
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei
Auf die Sandbank bei der wohlbekannten Schatzinsel

Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm
Gekauft, narkotisiert und flügellahm
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen
Und eitle Greise präsentieren sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
Die Mannschaft, lauter meineidige Halunken
Der Funker zu feig um SOS zu funken
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff…”       
(Aus: Das Narrenschiff, Reinhard Mey)

27.02.2022:  Brief an unseren kleinen Enkel …

“Kleiner Arthur… du schaust mich manchmal mit lächelnden Augen an, versuchst, deine noch kleine Welt zu verstehen, deine Wünsche mit deinen kleinen Händen, mit deinem manchmal ungeduldigen Stimmchen zu äußern. Bis vor wenigen Tagen habe ich, haben wir geglaubt, dir in deinen ersten Jahren eine Art von Unbeschwertheit, von Sicherheit und Unbekümmertheit geben zu können, dir eine Kindheit geben zu können, wie wir sie erlebt haben. Aber seit dem Einmarsch von Putin in die Ukraine hat sich vieles verändert. Die Leichtigkeit, die Lebensfreude ist einer unerklärlichen Angst gewichen, einer Angst, die wir so nie gekannt haben – die Angst vor einem Krieg! Ich, wir wünschen dir, kleiner Arthur, dass du hoffentlich in einer Welt groß werden kannst, in der sich deine Wünsche, deine Träume erfüllen, ohne Angst, ohne Gedanken an Gewalt und Repression. Wir werden dir dabei helfen…. OMMA UND OPPA!”

03.03.2022:  Der Westen liefert Waffen! Und isoliert Putin! Nimmt alle Migranten – nein, Flüchtlinge aus der Ukraine auf! Ohne wenn und aber! Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

05.03.2022:  Der Wind weht aus Osten. Kalt und schneidend. Passend zu den einschneidenden Maßnahmen, die uns in den nächsten Wochen und Monaten erwarten. Die Preise für Öl und Gas explodieren. An den meisten Tankstellen steht eine “2” vor Benzin und Diesel. Lebensmittel werden teurer. Die Kornkammern Europas brennen – und der Preis für Weizen steigt auf ein nie dagewesenes Niveau. Die Börsenkurse fallen. Die Ausgaben steigen. Es ist Krieg in Europa. Und der Wind weht aus Osten. Kalt und schneidend.

18.03.2022:   In der letzten Zeit bin ich manchmal so unendlich müde. Müde vom Kampf gegen den Krebs. Müde von meinem Anspruch, durchhalten zu müssen. Müde vom Leben …

27.03.2022:   Die Sonne brennt den letzten Zweifel aus den müden Gliedern – es wird Frühling! Die ersten Bauernmärkte stehen vor der Tür: Neustadt, Offenbach, Bellheim, Kandel – Ende offen! Ich habe meine Disposition, was das Olivenöl betrifft, erhöht und noch mal eine kräftige Schippe draufgelegt. In Sitia sagte man mir, dass die Menge des Olivenöles begrenzt ist. Nicht wegen des Krieges in der Ukraine oder wegen Corona, sondern wegen des Klimawandels – es war zu kalt und zu nass in Kreta! Auch der Honig aus der Mani wird knapp wegen des Klimawandels (Waldbrände im letzten Jahr)! Auch Trockenheit setzt vielen Bauern in ganz Europa zu, akuter Wassermangel wird zu einem uns alle betreffenden Problem – und viele leben weiter, als würde sie all das nichts angehen! “Die meisten Menschen existieren, weiter nichts.” Oscar Wilde (1854 – 1900) …

27.03.2022: Ukrainische Momentaufnahme:

…”That’s one more kid
That will never go to school
Never get to fall in love
Never get to be cool…” (“Rockin in the free world”, Neil Young)

07.04.2022:   “April come she will …” Tief Nasrim fegt über unsere Welt hinweg, tanzt zur Musik von “el macho” einen Tango Corona mit Karl Lauterbach, zu Russians” eine Ménage à trois mit dem Gevatter Tod und Putin.  “Schon morgen erblüht neues Glück, und wenn auch der Ostwind die Lenzblüten brach, ein Jahr und sie kehren zurück …” “Ist´s um Amandus schön, wird der Sommer keine Dürre seh´n.” Alte Bauernregeln aus einer alten Welt, die nicht einfach war. Die aber einfacher zu verstehen war.  “Das Ungeheure, das einem Menschen eingeräumt wird, ist die Wahl, die Freiheit.”  (S.Kierkegard). Habe ich eine Freiheit? Habe ich eine Wahl? Habe ich die Freiheit der Wahl in einer von Politik, von Auto-, Pharma- und Rüstungsindustrie, vom Konsum bestimmten Welt? Für Heidegger macht sich der Mensch zum Maß und zur Richtschnur alles Seienden: „Weil diese Stellung sich als Weltanschauung sichert, gliedert und ausspricht, wird das neuzeitliche Verhältnis zum Seienden in seiner entscheidenden Entfaltung zur Auseinandersetzung von Weltanschauungen […]. Für diesen Kampf der Weltanschauungen setzt der Mensch die uneingeschränkte Gewalt der Berechnung, der Planung und der Züchtung aller Dinge ins Spiel.“ Laut Heidegger habe ich also eine Wahl, eine Freiheit, Dinge zu bestimmen, die zumindest mein persönliches Umfeld betreffen, kann im Rahmen meiner Möglichkeiten Entscheidungen treffen, die über Umwege auch das “Seiende” beeinflussen und damit zu ändern vermögen. Aber sind sie auch vernünftig?  “Die Fähigkeit, mit ihrer Vernunft zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, ist allen Menschen angeboren” (Kant). Aber wann ging diese Fähigkeit verloren? Und wo ist sie verloren gegangen? In den Zeiten der Globalisierung und der damit verbundenen Schwächung der Politik (griechisch: polītikós (πολιτικός) – den Bürger betreffend) und dem immer stärkeren Einfluss der Industrie? Inwiefern hat sich die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Welchen Interessen wird das Individuum untergeordnet? Den heeren Zielen des für uns überlebenswichtigen Klimaschutzes ( wenn denn endlich einmal etwas passiert), den Interessen der Autoindustrie mit der umsatzträchtigen Umstellung auf E-Autos, die nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum letztendlichen Schrein der Weisen sind, den vollmundigen Versprechungen der Pharma-Industrie, den Krebs und andere unpässliche Krankheiten in den nächsten Jahren besiegen zu können, den Ankündigungen der “What-ever”-Industrie, das Leben für jeden (der Geld hat) schöner, ereignisreicher, praller und Life-style-mäßiger zu gestalten? April, April macht was er will …”                 ” Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen” (Kant). Vielleicht ist das in Zeiten wie diesen wichtiger als je zuvor …. ich habe damit angefangen – allerdings schon vor vielen Jahren …

08.04.2022:  Es hat sich einiges verändert in den letzten zwei Jahren seit Beginn der Aufzeichnung meiner Gedankengänge! War zu Beginn Corona eine noch nicht klar zu definierende Gefahr, die aus dem fernen China zu uns herüberschwappte und der wir mit Masken (die wir nicht hatten) und Abstand entgegentreten konnten, so wurden uns nach und nach die Konsequenzen dieser Pandemie aufgezeigt, die immer mehr in unser Bewusstsein trat, die mein, unser Leben veränderte. Corona war überall, mehr oder weniger stark, bestimmte unseren Tagesablauf, unser Verhalten. Unsere anfänglich naive Einstellung wich einer uns immer belastenderen Erkenntnis, dass uns diese Pandemie wohl länger begleiten würde als uns lieb war. Die Unsicherheit und das Unvermögen unserer Regierung taten ein Übriges, die vielen (falschen) Entscheidungen, das Hickhack um die Impfung (das bis heute andauert), all das trug dazu bei, dass immer mehr Menschen neue Wege suchten, in Gedanken oder auch in Taten. Wir fingen an, uns zu verlieren “…they might be lost” (N.Young) in den Alltäglichkeiten einer stark eingeschränkten Welt, in der wir zwar leben, aber nicht mehr wie gewohnt handeln konnten. Meine Gedanken und damit mein Schreiben haben sich verändert, sind nachdenklicher, härter geworden im Vergleich zu den Anfängen 2020, die Spritzigkeit der Sprache ist einer tieferen Nachdenklichkeit gewichen. (Eine sehr nette Kundin hat mir 2020 einmal gesagt, sie freue sich auf jeden meiner neuen “Gedanken”. Ich würde gerne wissen, ob sie das heute noch genauso sieht.) Und das Geschehen dreht sich immer unaufhörlicher, Putins Krieg in der Ukraine erzwingt erneut tiefgreifende Veränderungen in unserem Leben. Teils positive, wenn ich an die Abkehr von fossilen Brennstoffen denke, die in einer für uns Deutschen ungekannten Geschwindigkeit (16 Jahre Merkel-Regierung lassen grüßen) von statten geht, aber auch negative, deren Tragweite wir bisher wohl noch nicht abschätzen können.  Denn: keiner von uns weiß, wo er morgen stehen wird, und diese Erkenntnis ängstigt mich nun doch etwas, wobei sich diese Angst weniger auf uns (wir haben gelebt), sondern mehr auf unsere Kinder und Enkel bezieht, die ein Leben, so wie wir es gekannt – und geliebt – haben, vielleicht so nicht mehr kennenlernen. Eine Art von Angst ist zu spüren, die sich auf unser Leben legt, eine Angst, die wir seit Corona aufgebaut haben und langsam anfangen zu verinnerlichen …

28.07.2022:   Es ist die Zeit der Schmetterlinge! Ich liege auf der Wiese und schaue ihnen zu. Dem wasserstoffgrünen Habeck-Falter, der von Blüte zu Blüte fliegt, ackert und brilliert, um Nahrung für sein Faltervolk zu generieren, damit es im kalten Winter nicht darben muss. Dem porschegelben Lindner-Falter, der auf schnellstem Weg Grünes anfliegt, dabei vergessend, dass zu hohe Geschwindigkeit an seinen Ressourcen nagt, aber stets bemüht, dem gemeinen Faltervolk vieles unterzujubeln. Dem sozialroten  Scholz-Falter, der, noch halb in der Verpuppung steckend, von der Vergangenheit träumt und endlich fliegen möchte. Dem schwarz-blauen Merz-Falter, der froh ist, dass der wasserstoffgrüne Habeck-Falter ihm die Arbeit des Nahrungs-sammelns abnimmt und er geschäftig von einer Polle zur anderen fliegen kann, nicht um zu bestäuben- nein – um sich schon einmal zu zeigen für viele Sommer später. Ich vermisse den außenministeriumsgrünen Baerbock-Falter, der sicherlich in diesem Moment auf dem langen Weg in die Türkei ist, um dem Schwachsinns-Falter Erdogan den Weg in die Falterkratie zu zeigen. Viel Erfolg, kleiner Baerbock-Falter! So liege ich im grünen Gras, denke über Gott und die Schmetterlinge nach, wobei mir die Schmetterlinge wesentlich näher sind, allein schon von der Entfernung her, und stelle mir eine Welt vor, die von diesen kleinen flügelschlagenden Wesen beherrscht wird. Es wäre die Epoche der Schmetterlinge!!!

13.08.2022:  Zwei Paletten mit 260  3Liter Kanistern Olivenöl extra virgin, 120 Flaschen “Haus-Öl extra virgin”  und 160 Flaschen bestem Bio-Olivenöl aus Sitia, dazu Oliven und Olivenöl-Seife, Balsamico-Essig und Gewürzen haben Ottersheim erreicht – der Herbst kann kommen! Die Kanister werden etwas teurer werden, der Essig ebenfalls. Die Preise für Oliven, unser “Haus”-und Bio-Olivenöl werden – trotz erhöhter Transportkosten – nicht angehoben. Mer muss och jönne könne!! Zum Ausgleich werden wir im September noch mal auf ein, zwei Märkte an den Niederrhein fahren, um unsere Seelen mit Currywurst, Pommes rot-weiss und mehreren Bolten-Alt winterfest zu machen …